Solarstrom - SP-resso

Direkt zum Seiteninhalt
Solarstrom für Stein am Rhein – jetzt!
 
Liebe Steinerinnen und Steiner
 
Ich beschäftige mich schon lange und immer wieder fasziniert mit der Solarstromproduktion, auch Photovoltaik (PV) genannt. – in Hohentannen TG war ich vor etwa 10 Jahren Projektleiter von Gemeindepower: Dank dieser von der Gemeinde organisierten Freiwilligengruppe und Privaten, die mitzogen, hatte die Gemeinde binnen weniger Jahre einen Drittel Solarstrom!
 
Oft wurde PV als zu teuer verschrien – heute ist sie weltweit gesehen die billigste Energieform: In den Wüsten Chiles, Chinas, Indiens, der USA und weiterer Länder stehen Anlagen, die den Strom für teils weniger als 2 Rp. Pro Kilowatt produzieren und pro Kraftwerk Millionen von Menschen versorgen. Marokko liefert Solarstrom dank Hitzespeichern zeitlich nach Marktbedürfnis – billiger als Gasstrom. Das zur Zeit grösste Solarkraftwerk steht in China und hat etwa die fünffache Leistung eines Beznau-Atomsreaktors: 1800 Megawatt. – Bei uns ist es auch bereits rentabel und faszinierend: Der Lipo-Park, das Stadion des FC Schaffhausen, mit all seinen Shops und events ist ein Kraftwerk: Er produziert jährlich 50 % Stromüberschuss!
 
Und wir einzelnen? Wenn Sie 10000 Fr. auf dem Konto haben, erhalten sie von der Bank praktisch keinen Zins mehr dafür. Wenn Sie aber die 10000 Fr. in Ihre Solaranlage stecken, die 40-60 Jahre läuft und 25 Jahre Garantie auf die Zellen hat (!), erhalten Sie jedes Jahr Strom im Wert von mehreren Hundert Franken, also 6-8 % «Zins» oder Amortisation - der eigene Strom kann für 12 Rp. produziert werden!
 
Es geht jedoch um mehr als das Portemonnaie: Die Klimajugend und die grüne Welle bei den Wahlen haben es sehr deutlich gemacht: Handeln wir jetzt, um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden!
 
Wir sollten also nicht mehr zögern, eine Solaranlage zu bauen – Während sich das Klima rasant und zunehmend bedrohlich verändert, macht die Energiewende nur langsam Fortschritte.- Das Gemeindegebiet von Stein z.B. nutzt heute läppische 1.5% Prozent seines Solarpotentials. Gründe sind u.a. ein tiefer Informationsstand vieler Leute sowie unattraktive Rückspeisetarife des EKS.
 
Deshalb habe ich auf die Einwohnerratssitzung vom 1. November eine Solarmotion eingereicht: Mit bescheidenen Mitteln – 50'000 Fr./Jahr = 0.2% der laufenden Rechnung - sollen Sie, liebe Steinerinnen, motiviert werden, Solaranlagen zu bauen – mit einem auf drei Jahre befristeten Unterstützungsprogramm, das nur bei Erfolg weitergeführt wird:
 
  • Jährliche Informationsabende sollen Ihnen die nötige Beratung und den direkten Kontakt zu den regionalen Solarbauern geben.
 
  • Ein bescheidener Investitionsbeitrag (jährlich begrenzter Topf!) soll ein Zückerchen sein, um Sie jetzt zum Handeln zu motivieren.
 
  • Bauherrschaften sollen auf Möglichkeiten hingewiesen werden.
 
  • Industrie und Gewerbe sollen in die Pflicht genommen werden – es ist einfach nicht mehr zeitgemäss, dass auf den Dachflächen von Migros oder Ticiland keine PV-Kraftwerke stehen.
  • Altstadtbewohner*innen und Mieter*innen sollen bei der Stadt Dächer mieten können, um auch Solarstrom produzieren und verkaufen zu können – ein win-win-Spiel.
 
Dies alles ist so ausgelegt, dass vor allem Kleinanlagen gefördert würden und somit die heimischen KMU zuerst profitieren können. – Dabei entsteht nicht nur über die Bauaufträge eine beachtliche lokale Wertschöpfung: Auf 20 Jahre hinaus kann jedes ausgeschöpfte Förderjahr Privatstrom im Wert von mindestens einer halben Million Franken generieren.
 
Ich hoffe sehr, dass mein Vorstoss eine breite Mehrheit findet und viele von uns schon bald stolze Anlagenbetreiber*innen sind! – Packen wir die Energiezukunft energisch an!

Markus Vetterli, Einwohnerrat SP, Stein am Rhein, 24.10.2019                                                                              
Solaranlage mitten in der Altstadt Winterthur

Zurück zum Seiteninhalt