Windkraft - SP-resso

Direkt zum Seiteninhalt
Themen...

Erfahren Sie, wofür die SP Stein am Rhein steht und wie unsere Politik für alle statt für wenige konkret aussieht. Nachfolgend finden Sie unsere Positionen und Ideen. Pro Thema haben wir für Sie jeweils auch die aktuellsten und wichtigsten Medienmitteilungen, Positionspaiere und Meinungsartikel falls vorhanden zusammengestellt.
Sachliche Auseinandersetzung mit dem Potential der Windkraft...
 
Der vom Kantonsrat kürzlich verabschiedete Richtplan zur Windenergie lässt die Emotionen hoch gehen. Das ist auch nachvollziehbar, da es bei Abwägungen von Vor- und Nachteilen immer zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen kann. Umso wichtiger, dass wir diese Abwägungen aufgrund klarer Fakten vornehmen.
 
Im vergangenen Jahr haben wir dem eidgenössischen Energiegesetz zugestimmt und damit auch den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Dieser verlorengehende Energieträger soll durch regional produzierte erneuerbare Energie ersetzt werden.
 
Das ist kein Wunschkonzert, sondern die Kantone sind verpflichtet, diese Vorgaben umzusetzen.
 
Die Regierung liess die technischen Möglichkeiten sorgfältig evaluieren und hat eine politische Abwägung vorgenommen. Die daraus resultierende kantonale Energiestrategie baut auf den folgenden Eckdaten auf:
 
Der jährliche Stromverbrauch im Kanton Schaffhausen beträgt momentan etwa 500 GWh.
 
Davon werden mit den bestehenden Wasserkraftwerken etwa 208 GWh produziert.
 
Wir müssen also rund 290 GWh ersetzen, wovon für etwa 80 GWh ausserkantonal Strom bezogen werden müsste und für 209 GWh folgendes Potential errechnet wurde:
 
·         Solarstrom 100 GWh (stand heute gut 15 GWh)
 
·         Windenergie 53 GWh
 
·         Geothermie 26 GWh
 
·         Biomasse 25 GWh (stand heute gut 8 GWh)
 
·         Wasser 5 GWh (Ausbau bestehender Anlagen)
 
Wir können auf keinen dieser Pfeiler verzichten und es besteht kaum Verlagerungspotential. Vor allem müssen wir einen differenzierten Strommix anstreben, der die Stromproduktion bei Tag und Nacht sowie im Sommer und Winter möglichst gleichmässig ermöglicht.  Eine überproportionale Solarstromproduktion könnte andere Energieträger nicht ersetzen!
 
Das Potential der Windenergie von 53 GWh (2 Standorte Randen + Chroobach) stellen 25% der gesamten Energie, die wir zubauen müssen, dar.
 
Die Windkraftanlage Chroobach soll gemäss Projektstand ein Potential von mindestens 22 GWh haben und würde damit alleine mehr als 10% zum angestrebten Ziel beitragen. Also ein essentieller Beitrag.
 
Fundamentalopposition gegenüber der Windenergie ist in diesem Kontext nicht zielführend und verlangt nach konkreten Kompensationsmassnahmen, die zum ersten realistisch und zum zweiten mehrheitsfähig sind.
 
Wenn wir die Windenergie nicht nutzen könnten, würde der Druck auf die Wasserkraft zwangsläufig erhöht. Ohne die 53 GWh der Windenergie müsste zwingend das Wasserkraftwerk am Rheinfall, mit einem geschätztem Energiepotential von 60 GWh, gebaut werden. Ich erinnere aber daran, dass das Volk vor 4 ½ Jahren mit 58.7% Nein zum Wasserwirtschaftsgesetz und damit auch deutlich Nein zu diesem Rheinfallkraftwerk gesagt hat. Umweltschutzverbände und der Fischereiverband, organisierten damals eine starke Kampagne gegen diese Pläne.
 
Der Höherstau des Rheins bringt etwa 2-5 GWh, was die Windkraft nicht einmal ansatzweise kompensieren könnte.
 
Selbstverständlich kann ich die Bedenken gegen das Windkraftwerk Chroobach verstehen. Die Sichtbarkeit dieser Anlage beeinträchtigt das Landschaftsbild dieser Region massgeblich und es fällt mir als Bewohner dieser Region auch nicht leicht, das zu akzeptieren. Gleichzeitig fällt es mir aber schwer, mit dem Finger reflexartig auf andere zu zeigen und von denen zu verlangen, die Nachteile einer solchen Anlage zu tragen. Nach dem Motto: «Ich bin ja eigentlich schon für erneuerbare Energie und auch für Windenergie als solches, aber bitte nicht bei uns!»
 
Alle Arten der Stromproduktion bergen Risiken und haben Nachteile und es wird keine Entscheidungen geben, die nur Vorteile und keine Nachteile haben.
 
Im Bewusstsein dessen bin ich zum Schluss gekommen, dem Projekt Chroobach eine faire Chance zu geben und mich auf eine konstruktive Diskussion über die Weiterentwicklung des Projektes einzulassen. Ich bin nicht für Windräder sondern für die Energiewende. Ich finde Windräder auch nicht schön sondern notwendig.

Stein am Rhein, 04.01.2019, Andreas Frei

Schaffhauser Nachrichten: "Für eine saubere Schweiz bis 2050"
Windturbinen in unserer Region...

Es ist interessant zu verfolgen, woher die – wenigen - empörten Leserbriefe zum Windpark Verenafohren kommen: kein einziger aus Merishausen oder Büttenhardt, Stetten oder Lohn! Es sind vorallem Männer aus der Region Stein, die mit vorallem ästhetischer, teils naturschützerischer Argumentation Stimmung gegen das Projekt Chroobach machen wollen.
Kann es sein, dass viele Bewohner des Oberen Reiat bereits gelassen mit den Turbinen leben und diese sogar interessant finden?
Kürzlich konnte ich mich beim grössten Windpark der Schweiz auf dem Mont Soleil kundig machen über die Akzeptanz bei der lokalen Bevölkerung: Diese ist insgesamt hervorragend. Es entstanden sogar zusätzlich Arbeitsplätze, denn die Führungen zu Wind- und Solarenergie sind oft ausgebucht, der Besuchertourismus boomt: Biker und Wanderer beobachten fasziniert das Drehen der grossen Rotoren. Auch unsere Gruppe war beeindruckt. Die Windräder rauschten bei mittlerem Wind sogar auf 50m Abstand nur leise und angenehm: Nicht mehr das scharfe Zischen der alten Rotortypen - da hat man massiv dazugelernt. Die grasenden Kühe direkt darunter wirkten völlig entspannt. Der Jet im Landeanflug 6-8000 m über uns übertönte die Turbine deutlich. Danach dominierte ein Traktor in etwa 200m Abstand die Geräuschkulisse deutlich.
Der Blick geht hinüber zum benachbarten Chasseral – dort steht auf der landschaftlich geschützten Krete ein Sendeturm von 114 m Höhe, unförmig und rostig. Man könnte ihn abbrechen, doch breite Kreise wollen „das Wahrzeichen des Chasserals“ erhalten: Es dient ihnen offenbar zur Orientierung und Erkennbarkeit. Was länger steht, wird uns oft lieb, nicht nur Burgen. - Ich stelle bei mir fest: Dank den Turbinen auf Verenafohren hat unsere Landschaft einen zusätzlichen, interessanten Orientierungspunkt bekommen, der mich noch nie gestört hat.
Und zu den Vögeln: Wir haben in der Schweiz etwa 1 Million frei streunende Katzen. Diese erjagen gemäss Untersuchungen zusammen mehrere Millionen Vögel pro Jahr, vor allem Jungvögel. Zum Vergleich: Deutschlands etwa 30'000 Windturbinen töten pro Jahr etwa 100'000 Vögel. Wer Katzen hält, sollte besser nicht auf Windturbinen schiessen...
Was die Stromausbeute betrifft, werden wir nach einem Betriebswinter erste interessante Zahlen auf dem Tisch haben – dies wird die Diskussion versachlichen.
Und zum Schluss: Künftige Generationen wollen manche Schreiber schützen? Wissen diese, dass eine Windturbine in 1-2 Tagen abgebaut ist und die Entsorgungskonzepte schon recht fortgeschritten sind (Holcim: emissionsfreie Hochtemperaturverbrennung in der Zementherstellung), während uns mit einem Atomendlager in Benken eine potentiell tödliche Hypothek über Hunderte Generationen droht?

Markus Vetterli, September 2017

Lokal betroffen – lokal handeln...
 
Tatsächlich: Mitte Oktober – und ich schwimme nochmals ausgiebig im Nussbaumersee. Es ist frisch, und herrlich! Nachdenklich macht mich aber, wenn ich meine im Frühling frisch gepflanzten Sträucher auch jetzt im Herbst noch wässern muss, und doch einige den Sommer trotz aller Bemühungen nicht überlebten. – Wir wissen oder spüren es alle: Auf einen absolut trocken-heissen Rekordsommer mit Fischsterben folgt nun der wärmste Herbst seit 1967, dazu wieder sehr trocken…
 
Wir sind auch lokal betroffen vom kaum noch unübersehbaren Klimawandel. In verschiedenen Kantonsparlamenten gab es Vorstösse, was die Regierungen – gerade für die besonders heftig betroffene Landwirtschaft – zu tun gedenke. Ich persönlich bin überzeugt, dass wir auf beiden Ebenen handeln müssen: CO2-Aussstoss senken, und gleichzeitig auf den Klimawandel vorsorglich reagieren.
 
C02: Hemishofen steht vor der wichtigen Entscheidung zur Windkraft: Sollen «sanfte Riesen», wie man sie in Verenafohren schon sehen kann, sich auch bald von weither sichtbar auf Steiner Besitz auf dem Chroobach drehen – und auf einen Schlag einen grossen Teil des Stroms, den der Obere Kantonsteil pro Jahr braucht, klimaneutral produzieren? Helfen Sie mit, Zweifelnde zu überzeugen, oder kämpfen gegen einen wichtigen Pfeiler der Energiewende? – Solaranlagen: Diese sind heute preislich sehr attraktiv geworden. Und brauchen nicht einmal mehr eine Baubewilligung, die Baubehörde muss lediglich informiert werden. Ich staune immer wieder, wofür Menschen alles Geld haben – aber Solardächer sind in Stein Raritäten, ebenso Niedrigenergiehäuser. Dabei könnten sogar Plusenergiehäuser Standard sein! Denn Häuser stehen über 100 Jahre, und ein ausgeklügeltes Energiesystem lässt sich nicht so leicht nachholen wie eine Solaranlage: Mit 15000 Fr. Investition beim Strom Selbstversorger werden, mit Garantie auf 25 Jahre – das ist doch toll! – ich habe für mich eben die Planung dazu abgeschlossen. Dann kann man auch gleich das E-Bike oder das E-Auto solar laden. Über die Hälfte der Autofahrten sind kürzer als drei Kilometer: Warum also nicht mit dem E-Bike zu Coop, Migros und Co.: Sie sind praktisch gleich schnell, und tanken dabei noch frische Luft und Gesundheit. Das braucht 50x weniger Energie als die sparsamsten Autos. Oder beim Autokauf ans Klima denken – E-Autos werden preislich rasch attraktiver, sie sind schon heute im Unterhalt 5x billiger als Benziner/Diesel, und der Strom ist weit günstiger als das Benzin – eine gute Investition in eine saubere und lärmarme Zukunft!
 
Was heisst es aber, wenn wir solche sizilianischen Sommer trotz Solar-/Windstrom und Sparmassnahmen wohl bei uns nicht mehr verhindern können? – Ich bin überzeugt, dass wir neue Lösungen brauchen, um das Desaster, das sich heute in Südeuropa abspielt, hier frühzeitig zu verhindern: Massnahmen wie kleine Dämme und angelegte Senken, die dafür sorgen, dass Regenwasser grossen Teils versickert und unsere Quellen weiterhin üppig sprudeln. Und vielleicht brauchen wir sogar soweit möglich ein zweites Leitungsnetz, das Gärten und WCs mit Rheinwasser versorgt. – das sind Investitionen, die einschenken und kaum zur heutigen Finanzlage passen. Helfen Sie also mit, dass wir privat Wasser sparen, ohne dass unsere Gärten verdorren müssen: Occasions-1000-Liter-Tanks fürs Dachwasser sind Massenware und kosten um die 100 Fr.!
 
Viele wollen heute möglichst wenig Steuern zahlen – das heisst aber in der Konsequenz auch, dass Privatinitiative gefragt ist: Gestalten wir unseren Alltag in unserer schönen Region so, dass es hier auch für unsere Kinder noch lebenswert sein wird. Diese Lebensqualität wird sich kaum daran messen, ob am Horizont ein paar Windturbinen langsam ihre Runden drehen, sondern stark am Wasserstand des Rheins, an der Qualität unserer Luft, am Spriessen von Mais und Kartoffeln, am Grün unserer Wälder und unserer Gärten, an der Eindämmung von Verkehrslärm – und natürlich an unserem zusammen Leben und Gestalten: Packen wir die Zukunft gemeinsam an!
 


 
Windturbinen sind sanfte Riesen – ich bleibe dabei...
 
Herr Walter Kienast nimmt Stellung zu meinem Forumsbeitrag vom 23. Oktober und geht mit mir in der Dringlichkeit des Klimaschutzes einig. Das freut mich! Bei den Windturbinen Chroobach unterstellt er mir aber Falschaussagen. Nun, ich hatte explizit geschrieben «einen grossen Teil des Stroms für den Oberen Kantonsteil», und er unterstellt mir, ich wollte den ganzen Kanton mit Windstrom versorgen. Sein «ganz kleiner Teil», den der Chroobach liefern könnte, ist 20 GWh pro Jahr. Das sind 20 Millionen Kilowattstunden und entspricht der Jahresproduktion von über 3000 grossen Einfamilienhaus-Solaranlagen! Herr Kienast will Solar, Biogas und Erdwärme: Ich bin voll dabei, nur: Die eindrücklich präzisen Simulationen verschiedener Szenarien von Anton Gunzinger, Unternehmer und ETH-Professor, zeigen: Die Schweiz kann auch ohne AKWs dank ihrer Stauseen ganzjährig 100% klimaneutral sein. Aber der Wind liefert dazu gerade im Winter einen entscheidenden Beitrag (vgl. sein verständliches Buch «Kraftwerk Schweiz»). Biogas ist darin wie Wind eine wichtige Nischenenergie. - Ich freue mich jedenfalls, wenn die Windkraftgegner den Tatbeweis antreten und in unserer Region bald für 3000 Solaranlagen sorgen! Denn da sind wir uns einig: Die Zukunft ist vor allem solar!
 
Meine «Marketing-Wortschöpfung» «Sanfte Riesen»? - Ja, diese Turbinen sind Riesen mit Eiffelturmhöhe, dazu stehe ich im Begriff, und ja, sie sind sanft und verblüffend leise. Die Rotorgeschwindigkeit ist eindrücklich, sagt aber nichts aus. Sind Flugzeuge an sich gefährlicher als Autos, weil sie mit 900 km/h fliegen? Nein! Am Schluss zählt die effektive Unfallbilanz: Herr Kienast will uns Angst machen - hier die Realität: Die deutschen Windkraftgegner sammeln online Turbinenunfälle: Bilanz 2018: Nur 25 grössere Unfälle auf ca. 30’000 Turbinen (v.a. durch Blitzeinschlag) – von Verletzten oder gar Toten liest man nicht, auch nicht durch Eiswurf. Ausnahme: Der Pilot eines Kleinflugzeugs starb, weil er die Turbine traf. Windkraft ist also eine sehr sicherere Technologie, und dies, obwohl es eine junge Technologie ist! Zudem schützt im Chroobach zusätzlich der Wald. Zunehmend sanft sind die Turbinen auch für die Tiere. Offizielles Zitat zu Chroobach: «Aus Sicht des Fledermausschutzes besteht die Möglichkeit zu bauen ohne weitere Untersuchungen. ABER: Abschaltalgorithmus & Gondelmonitoring.» Auch bei Vogelzug soll dank Sensoren abgeschaltet werden. – Was bleibt: Ja, es können einige Rotmilane sterben, aber es sterben heute jedes Jahr Tausende Greifvögel im Strassenverkehr, ohne dass Hemishofer gegen den Privatverkehr kämpfen. Der Rotmilan-Bestand der Schweiz ist übrigens gemäss Vogelwarte trotzdem «nicht gefährdet» und «hat deutlich zugenommen.» - man vergleiche mal mit der Äsche, die sich von Bodensee bis Basel nur noch auf drei kurzen Reststrecken wie bei Hemishofen natürlich vermehren kann - wegen des Staus durch die Wasserkraftwerke.
 
Neue Technologien werden immer verteufelt. Wer offen ist, kann sich auf Verenafohren nahe den Turbinen überzeugen, wie eindrücklich riesig und trotzdem sanft in der Wirkung diese sind. Wir sollten die Relationen wahren und nicht ungerechtfertigt Angstmacherei betreiben. Geben wir den «sanften Riesen» eine Chance!

Markus Vetterli, Stein am Rhein

Gegenwind Chroobach – Unsachlichkeit als Prinzip...

„Aberwitzig“ – „Monster“ – „unsere Natur vernichten“ – „manipulierte Gutachten“ – „Verschandelung“ – „völlig entglitten“: Einmal mehr beliefert uns Gegenwind Chroobach mit einem Flugblatt, wo man meinen könnte, es gehe um den Untergang unserer Region, vorangetrieben durch irgendwelche manipulativen Akteure – und nicht um den Bau von vier Windturbinen unter Ägide unserer kantonalen Instanzen.
Die Argumente enthalten auch diesmal wieder grobe Fehler: Unsere Region ist mitnichten zu 58% mit erneuerbaren Energien versorgt: Dies gilt nur für den Strom (nur 25% unserer Energie). Zwei Drittel unserer Gesamtenergie kommt aus Erdöl (das bald ausgehen wird!) und Erdgas – es ist eine gigantische Aufgabe, diese Fossilen innert Jahrzehnten zu ersetzen und weitere Klimaveränderungen einigermassen in Schach zu halten. Wer sich dafür interessiert, wie dies in wenigen Jahrzehnten gelingen kann, dem empfehle ich das sehr fundierte und lesbare Buch des Unternehmers und Bauernsohn Anton Gunzinger: „Kraftwerk Schweiz“: Er zeigt detailliert, dass der Verbund von Energieeffizienz und E-Produktion aus Wasser, Sonne, Wind und Biomasse mit unseren Speicherseen als Ausgleich und intelligenter Netzregulierung dies leisten kann. - Wind ist dabei ein zentraler Baustein für den Winter! Und eine Windturbine holt auch hierzulande ihre gesamte Produktionsenergie in nur einem Jahr wieder herein. Ab dann ist sie CO2-neutraler Nettoproduzent (auch da stehen im Flugblatt Ammenmärchen).

Kennen Sie die Bilder aus dem durch die Erdölförderung europäischer Multis weitläufig zerstörten Nigerdelta in Afrika, wo Landwirte auf vergifteten Böden arbeiten, abertausende Menschen schwer husten und sterben? Oder die gigantische Zerstörung weiter kanadischer Waldgebiete: Der Ölsandabbau erfolgt in einem Gebiet von 150‘000 km2: fast viermal die Schweiz! Nur zwei von vielen Beispielen, was Öl auf diesem Planeten anrichtet – Wer solche Bilder im Internet gesucht hat, weiss: Wenn die Gegenwind-Leute schreiben, es müssten sich dann „rund 80‘000 Anwohner täglich mit den Windturbinen auseinandersetzen“ (müssen sie das??), so handelt es sich um ein im Vergleich fast absurdes Luxusproblem von uns verwöhnten Mitteleuropäern: Die Turbinen sind ungiftig, leise, emissionsfrei. Aber sie müssen gross sein, weil hoch oben viel regelmässigere und stärkere Winde wehen!  

Ich möchte die Windenergie-Gegner fragen: Sind wir uns einig, dass unsere Kinder wissen sollen, woher die Milch kommt? Und warum sollten sie und wir alle nicht sehen dürfen, woher unsere eigene Energie kommt? Warum nutzen wir weitläufige Flächen für unsere Nahrung, und unsere Energie darf nach Ihnen nicht mal an wenigen geeigneten und abgelegenen Orten produziert werden?

Wer mit etwas Distanz sachlich abwägt, wird merken: Wir sollten nicht eine saubere Technologie verteufeln, nur weil sie gross daher kommt. Wir haben in Schaffhausen auch kein Minidämmli gebaut, sondern den Rhein bis über Diessenhofen hinaus gestaut, damit es sich lohnt – die gleiche Überlegung gilt für Wind. Und wir sollten diese Diskussion nicht den Scharfmachern überlassen – in diesem Sinn vielen Dank für die vielen positiven Reaktionen auf meinen letzten Leserbrief zur Windenergie!

Markus Vetterli, Einwohnerrat Stein am Rhein, Oktober 2017


Zurück zum Seiteninhalt