CH & Weltpolitik - SP-resso

Direkt zum Seiteninhalt
Die Nichtoligarchennichte...
 
Unsere Zeit ist geprägt von e-mails, e-bikes und e-cars, von e-banking und von e-denking, von e-smoking und e-voting und selbstverständlich auch immer wieder von e-gotrips. Bald können wir bei Amazon auch ohne umständlichen  Hauslieferdienst einen e-drink oder eine e-pizza bestellen. Mit ihrer I-pizza-connection haben der österreichische Inhaber eines politischen Bräunungsstudios und sein adliger Adlat allerdings schlechte Erfahrungen gemacht. In einer Villa in I-biza wurden sie nämlich stilgerecht von I-rina, einer waschechten russischen Oligarchennichte empfangen, welche in Wirklichkeit allerdings eine Nichtoligarchennichte war. Jedenfalls entführte sie die beiden austriakischen Rechtsaussenminister oligarschkalt in deren eigene grosse weite Halbwelt, wo sie hemmungslos in ihrem cocktail-angeheizten Machtrausch schwelgten. Unter den Sirenengesängen dieser russischen Kosakin wurden der strache Mann und seine gude Nuss alsbald so butterweich, dass sie mental dort landeten, wo die Gummibärchen im Wodka-Red-Bull-Sumpf einander gude Nacht sagen.
 
Während sich die beiden flotten Austria-first-Buberln in ihrer Burschenherrlichkeit politisch selbst zur Stracke gebracht haben, warten viele andere stramm rechte Spezis in Europa und in den USA noch auf ihre russische Nichtendämmerung. Kann man soviel Blödheit denn überhaupt noch übertrumpen? Ja, mann kann! Im Falle des alles ertwitternden Supertrumpers müsste die russische Nichte allerdings wesentlich mehr als eine lumpige Viertelmilliarde Dollars ins Spiel bringen. Es müssten mindestens 5 Milliarden sein, „to build the wall“, und die Nichte müsste zudem einen leibhaftigen Putin-Doppelgänger im Schlepptau haben, der dem Superdonald dauernd mit den Worten „you are absolutely the greatest“ auf die Schultern klopfen würde.  Unter dem Einfluss einer solchen egomanischen Narkotisierung würde der unsterbliche Trumpator dem russian goodguy ohne weiteres  ein paar klitzekleine Staatsgeheimnisschen in sein stets offenes KGB-Ohr flüstern, worauf der Hereingetrumpte dann früher oder später aus seinem Amt gemullert würde.
 
Wie nun aber könnte eine russische Nichtoligarchennichte den römischen Imperator Matteo Schlavini, der sich bekanntlich vor allem von Tabubrüchen ernährt, ins Schleudern bringen? Jenen Schulterklopfer, der süchtig ist nach Härte und der nur Verachtung übrig hat für Mitgefühl und andere nicht mehr zeitgemässe Gefühlsregungen? Wenn man nun aber bedenkt, dass sein Erfolgsmodell „Tabubrucheskalation“ nur dann funktioniert, wenn die Abstumpfung des Volkes mit der zunehmenden Scheusslichkeit der Tabubrüche Schritt hält, wird klar, dass Politiker vom Schlage Schlavinis einen stets wachsenden flächendeckenden Volks-Abstumpfungsbedarf haben. Weil nun aber in Italien auch der heilige Franziskus von Assisi seine (für Schlavini ungünstigen) geistigen Spuren hinterlassen hat, lässt sich eine flächendeckende Abstumpfung des Volkes langfristig nur mit einer grossangelegten Beimengung des Wirkstoffes Brutalin im Trinkwasser erzielen. Die auf Schlavini angesetzte russische Nichte müsste diesem somit auf Jahre hinaus Milliardenbeträge für die laufende Beschaffung von Brutalin in Aussicht stellen, welches dann in geheimen Lizenzfabriken von Novartis in Russland hergestellt würde.  Mit der Enthüllung der megalomanen Pläne zur Zwangsnarkotisierung der gesamten Italianità würde die aus dem Nichts aufgetauchte Nichte dann die Politkarriere des  knallharten Schlavini buchstäblich vernichten.
 
 
Es ist wohl kein Zufall, dass fast  gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Ibiza-Videos der russischen Powernichte, welches gewissermassen die Abgründe eines politischen schwarzen Loches zutage gefördert hat, die rennomiertesten Teleskopstationen der Welt erstmals ein reales schwarzes Loch aus einer Entfernung von 55 Millionen Lichtjahren „fotografieren“ konnten. Die enthüllten Machenschaften dieses (zum Glück mega-weit entfernten) schwarzen Loches sind denn auch mindestens so skandalträchtig wie die Korruptions- und Machträusche der beiden entfesselten FPÖ-Rechtsaussis. Im einen Fall geht es um das alles verschlingende Nichts, im anderen um die Entschleierungsaktion der alles enthüllenden Nichte. Jedenfalls wird es Zeit, nicht nur in Österreich, von Wodka-Red-Bull auf ein Bierlein umzusteigen.

Christof Brassel, 11.6.2019
Zurück zum Seiteninhalt