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Eine himmeltraurige Lachnummer:
 
Dass das Lachen gut für die Gesundheit ist, wissen wir spätestens seit dem legendären todernsten Video «rire est bon pour la santé» von Ex-Bundesrat Johann Schneider-Ammann (J.S.A.). Sowohl die freiwillige wie auch die (in diesem Fall) unfreiwillige Satire leistet ohne Zweifel einen wertvollen Beitrag zur Deckung des gesellschaftlichen Lachbedarfes im Sinne der Gesundheitsförderung. Viel zu wenig gewürdigt wird dabei jedoch der immense Beitrag, den die Walliser Chemiefirma Lonza seit rund 50 Jahren zur Verbreitung des Lachens in der Schweiz geleistet hat. In ihren Visper Produktionsanlagen hat sie nämlich seit den frühen 70-er-Jahren bei der Produktion von Vitamin B3 jedes Jahr rund 1800 Tonnen Lachgas gratis in die von Humor nicht eben gesegnete schweizerische Atmosphäre entweichen lassen. Infolge dieser gigantischen Nonstop-Lachgasemissionen hat sich die Lustigkeit und Lockerheit unserer einheimischen Mentalität (insbesondere im Wallis) deutlich verstärkt, was schon nur daraus ersichtlich ist, dass es in der Schweiz heute wesentlich mehr Stand-up-comedy-Entertainer (von unterschiedlicher Qualität) gibt als noch vor 50 Jahren. Bei soviel schenkelklopfender Lustigkeit hat man dann halt erst nach rund 50 Jahren realisiert, dass dieser enorme Lachgasausstoss alles andere als lustig ist, sondern vielmehr ein hochkonzentriertes Klimakiller-Phänmomen, das etwa 300 mal schädlicher ist als CO2. Wegen des flächendeckenden Lachgas-Betäubungseffekts, oder vielleicht auch wegen der Überproduktion von Vitamin B, ist dann leider das BafU (Bundesamt für Unerklärliches) bei der Entdeckung des Schadens in ein Zeit-Extensions-Delirium verfallen und hat der Klimakillerfabrik volle drei bis vier Jahre eingeräumt, um – gaaanz gaaanz neervtöötend laaangsaaam - einen Katalysator einzubauen, der das Lachgas absorbieren soll. Um nicht als humorlose Spassbremse dazustehen, hat das BafU (Bundesamt für Ulknudeln) zudem augenzwinkernd darauf verzichtet, den CEO der Lonza, Pierre-Alain Ruffieux, zu rüffeln für den laschen Umgang seines Unternehmens avec le «Laschgas».
 
In der Zwischenzeit darf die Lonza, weil das alles so lustig ist, nochmals eine «zünftige» Lachgas-Lachnummer-Ladung herauslassen. Und zum Dank erhält sie vom Bund obendrein auch noch gratis Emissionszertifikate, die sie an andere Klimasünder für rund CHF 35 Mio. verhökern kann. Nach Abzug der Katalysatorkosten von CHF 12 Mio und nach ausstehenden Emissionsabrechnungen macht Lonza mit diesem lachgashaften Deal unter dem Strich einen Profit von rund CHF 8 Mio. Ob das BafU (Bundesamt für Ungeheuerlichkeiten) irgendwann wieder aus seinem «Laschkoma» erwachen wird, ist derzeit noch offen. Eines ist jedoch sicher: Für die Firma Lonza hat sich die ganze Klimakillerei finanziell auf jeden Fall «gelonzt».                                                                                       
Cchristof Brassel 24. 02. 2021

«Ab durch die Mitte»:
Vor vier Jahren habe ich in einer tagespolitischen Glosse geschildert, wie der Erzengel Gabriel durch die Wand hindurch im Büro des CVP-Parteipräsidenten auftaucht und ultimativ die Rückgabe des C’s (aus dem Parteinamen) verlangt. Begründet hat der Erzengel diese Rückgabeforderung mit der entscheidenden Mithilfe zahlreicher CVP-Parlamentarier bei der Lockerung des Waffenausfuhrverbots an Kriegsgurgelregimes wie Saudiarabien, Türkei, Pakistan, etc. In meiner damaligen Glosse hat der CVP-Parteipräsident dann durch Hinhaltetaktik und durch die Weiterweisung des Erzengels auf den angeblichen Dienstweg über das Pontifikat in Rom dafür gesorgt, dass die Beschlagnahmung des C’s im Sand verlief. Nun ist der clevere CVP-Präsident der erneut drohenden erzenglischen Beschlagnahmung elegant durch den Entschluss zuvorgekommen, das C präventiv gleich selber in einen Altlastencontainer zu entsorgen.
Das Christentum im Namen zu haben, ist inzwischen ohnehin hoffnungslos von gestern, der ultimative Hype ist heute vielmehr das Pfistentum, in welchem als neue Gottheit «die Mitte» angebetet wird. Als Verkünder dieser Mittologie tritt der heilige Pfistus in Aktion, stromlinienförmig begleitet durch die allmächtigen Einmittungsgöttinnen Umfragi und Pragmati. Diese haben denn auch gerade noch in letzter Minute verhindert, dass der neue Parteinamen in seiner französischen Version als «le Milieu» präsentiert wurde. Immerhin, der Erzengel Gabriel ist vom heiligen Pfistus raffiniert ausgetrixt worden. Jetzt können die Mittglieder der neuen Mitte nach Herzenslust die Waffenausfuhr lockern, ohne sich um das blöde C kümmern zu müssen, und auch der Pilatus in Stans muss nicht mehr dauernd die Hände waschen, wenn er sich selber zu Mohammed Bin Salman ins Königreich von tausendundeiner Steinigung exportiert. Überhaupt hat Pfistus eine überaus mittreissende Rede an alle Mitte-Mittglieder und -Mittläufer/innen gehalten, in der er betonte, dass sich keine andere Partei so knallhart extrem in der Mitte positioniere wie eben die Mittepartei, und dass keine andere Partei soviel echte Mittelmässigkeit zustande bringe. Zur Feier des Tages hat Pfistus sogar aus dem traditionellen Reich der Mitte eine vereinnahmende Grussbotschaft von der Jinping – Dynastie erhalten, mit den Worten: «Willkomen im Reich der Mitte! Unsere  Mittkrofone kriegen alles mitt!».
Die neue Mittologie hat jedenfalls die Mittemittglieder des Ständerates so beflügelt, dass diese kurz darauf bei der Flugzeug-Co2-Abgabe der ganzen Klimapolitik ohne mitt der Wimper zu zucken den Mittelfinger gezeigt haben. Aus lauter Mittleid mitt dem Co2-emittierenden «Privatflugi-Mittelstand». Überhaupt profiliert sich «die Mitte» zunehmend als «Schickimitti-Partei», welche unter der rührenden Etikette «Kinderabzüge» trickreich Bundes-Steuererleichterungen propagiert, welche nur den Gutbemittelten etwas nützen. Sogar manche Freisinnige mögen bei dieser allzu durchsichtigen Umverteilung nach oben nicht mittmachen. Auch Mittmenschlichkeit schreibt man halt mittlerweile mitt einem Doppel T. So neu ist der neue Mittizismus nun aber auch wieder nicht. Er steht mitten in einer glanzvollen Tradition von eingemitteten Parteigrössen wie Doris Mitthard, Flavio Mitti und Ruth Mitzler und von stramm rechtsgemitteten historischen Langzeitbundesräten wie Philipp Mitter und Giuseppe Mitta (welcher bekanntlich ein ziemlicher Bewunderer des Duce Mittolini war). In die bevorstehende Ehe mit der BDP kann «die Mitte» jedenfalls eine reiche politische Mittgiftportion einbringen. Die Hochzeitsfeier wird dann vermutlich an einem Mittwoch-Mittag in einer absolut zentral gelegenen mittelprächtigen Mehrzweckhalle in der mittlersten Mitte des Mittellandes stattfinden. Als Begleitmusik wird der Beatles-Song «Lovely-Mitta» ertönen, der dann allerdings langsam in einen flotten Mittiläärmarsch übergeht. Zu den Klängen dieser Mittiläärmusik wird Pfistus dann, wie vor einem Altar, vor einem gigantischen  Altglascontainer stehen, und bei kurzem Innehalten der Musik wird er ein grosses Styropor-C in die Höhe halten und dieses dann mit den feierlichen Worten «entsurgi-entsorgi» in ein riesiges schwarzes Loch hinabgleiten lassen…
                                                                
Christof Brassel 18. 09. 2020

--> Steiner Anzeiger: "Ab durch die Mitte"
Der Grosse Guangzhou:
Die Schweiz setzt sich bekanntlich aus Kantonen zusammen, aus 20 Vollkantonen und aus 6 Halbkantonen. Dazu kommt dann noch der sogenannte «Grosse Kanton». Der Grosse Kanton ist allerdings so gross, dass er gar nicht zur Schweiz gehört. Wie schon der Name sagt, spricht man im Grossen Kanton Grosskantonesisch. Dabei gibt es verschiedene grosskantonesische Dialekte und eine Hochsprache, das sogenannte Hochgrosskantonesisch. Schliesslich gibt es sogar noch eine speziell verfeinerte Kultur-Hochsprache, das sogenannte Bühnenhochgrosskantonesisch. Der Grosse Kanton wiederum ist aufgeteilt in über 120 Schweizen. Da gibt es z.B. die Sächsische Schweiz, die Fränkische Schweiz, die Märkische, die Westfälische und die Lüneburger Schweiz. Jede derartige Schweiz ist mit einer Grosskantonalbank, einer Grosskantonspolizei und einem grosskantonspsychiatrischen Dienst ausgestattet. Von den Schweizen im Grossen Kanton haben viele den unschätzbaren Vorteil, dass sie, wie z.B. die Usedomer Schweiz, Zugang zu einem richtigen Meer haben, während die aus kleinen Kantönli bestehende Originalschweiz sich mit dem blossen «Ständemeer» begnügen muss, in welchem jeweils die vom Volk an sich gutgeheissenen Initiativen ersäuft werden. Im Grossen Kanton ist im übrigen auch der sogenannte «Kantönligeist» nicht allzu sehr verbreitet. Einer der bedeutendsten Geister des Grossen Kantons war vielmehr der Grosse Kant. Während sich nun aber der Grosse Kant vor mehr als 200 Jahren in der Königsbergischen Schweiz im Zuge seiner Erkenntnistheorie intensiv mit dem damaligen Rationalismus und dem Empirismus auseinandersetzte, haben dann viele Jahre später die Herrscher des Grosskantonesischen Reiches in ihrer Verblendung einige Buchstaben dieser Problemstellung gezielt ausgewechselt und so die Begeisterung für Nationalismus und Imperialismus geschürt, was dann unweigerlich zur Katastrophe führte. So kam es dann, dass u.a. auch Königsberg, die Stadt des Grossen Kants, heute nicht mehr zum Grossen Kanton gehört. Eine Zeit lang war der Grosse Kanton zudem noch in zwei Grosse Halbkantone, Ostgrosskantonesien und Westgrosskantonesien, geteilt.  Zu Ehren des Grossen Kants heisst übrigens der oberste Chef des Grossen Kantons auch heute noch Bundes-Kant-sler. Gegenwärtig an der Macht ist seit 2005 die Kant-slerin «An-Ge-La» aus der Merklenburgischen Schweiz. Auf die Grosskantonswahlen vom kommenden September hin wird sie ihr Amt jedoch abgeben, weshalb derzeit vor und insbesondere hinter den Kulissen erbittert um das freiwerdende Vakant-sleramt gekämpft wird. Mit allen Tricks versuchen die Amtsgierigen, sich gegenseitig «auszumerzen». Sie «södern» einander an, dass die «Spähne» fliegen, bis einer nach dem anderen hochkantonal aus den «Laschen» kippt. – Doch da entweicht dem Schreiber dieser Zeilen plötzlich der Ausruf: «Ach ich Södmann!», und er stellt mit Schrecken fest, dass nach der neuen internationalen Schreibweise «Kanton» gar nicht mehr «Kanton» heisst, sondern «Guangzhou». Also beginnen wir halt nochmals von vorn: … Die Schweiz setzt sich bekanntlich aus 26 Guangzhous zusammen, aus 20 Vollguangzhous und aus 6 Halbguangzhous. Dazu kommt dann noch der Grosse Guangzhou…, und so weiter und so fort…, und wenn die Leute von Guangzhou in diesen unruhigen Zeiten allzu guangzh-oufmüpfig werden, dann gibt `s auf Anweisung des Guanzleramts guanz knüppeldick «Hou» von der «Grossen Guangz-Hou-Polizei»……  - Angesichts dieses Eskalationspotentials: wäre es da vielleicht nicht doch eher ratsam, wieder zur alten grosskantonalen Schreibweise zurückzukehren? Gewissermassen vom «Kant-off» wieder zum «Kant-on»?
                                                  
Christof Brassel, 13.4.2021
 
Man kann Christof Brassel auch hören...
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Weder «grün» noch «liberal»:
Wenn von Digitalisierung die Rede ist, sprechen Politiker/innen meist davon, dass es darum gehe, die damit einhergehenden Probleme zu bewältigen, die Grünliberalen des Kantons Schaffhausen schreiben in ihr Wahlprogramm hingegen ausdrücklich, dass sie die Digitalisierung (aktiv) fördern wollen.
Eine forcierte Digitalisierung widerspricht nun aber klar dem Grundsatz der Nachhaltigkeit. Beschleunigte Digitalisierung bedeutet in verschiedener Hinsicht Raubbau an der Natur, und zwar insbesondere an unserer menschlichen Natur, an unserer zwischenmenschlichen Kommunikation, die zunehmend in Muster von maschinellen technischen Abläufen hineingezwängt wird. Die menschliche Kommunikation verkümmert zunehmend in Selbstoptimierungs- und Selbstdarstellungszwängen, denen sich insbesondere Jugendliche nur schwer entziehen können. Die digital durchgetakteten, sich im Alltag ausbreitenden Kommunikationsmuster führen allmählich zum Verlust des uns Menschen - von Natur und Kultur - mitgegebenen reichen und vielschichtigen Kommunikationspotentials. Hat die Digitalisierung ein zu hohes Tempo, zerstört sie Existenzgrundlagen und zwischenmenschliche Beziehungsnetze und nivelliert die menschliche Lebenswirklichkeit zusehends auf maschinenkompatible und maschinengesteuerte Abläufe. Forcierte Digitalisierung und Innovation wie sie insbesondere von den Mensch-Maschine-Verschmelzungsideologen des Silicone Valleys propagiert und vorangetrieben werden, treiben diesen Raubbau an der menschlichen Natur auf die Spitze. Das Verhältnis dieser Innovationsturbos zur Natur ist dasjenige ihrer Beherrschung und nicht dasjenige der Kommunikation mit ihr. Die einseitige Orientierung an der Naturbeherrschung hat nun aber gerade zur heutigen ökologischen Krise geführt. Die Lösung dieser Krise kann nicht durch noch mehr Naturbeherrschung erfolgen. Ob sich die Grünliberalen mit ihrer (womöglich etwas unreflektierten) Digitalisierungspropaganda der Gefahren und Risiken einer ungebremsten Digitalisierung für die menschliche und aussermenschliche Natur bewusst sind, darf bezweifelt werden. In der forcierten Propagierung der Digitalisierung kann ich jedenfalls, wie dargelegt, keine nachhaltige, im politischen Sinne «grüne» Perspektive erkennen.
Forcierte Digitalisierung widerspricht sodann auch der «Liberalität», im Sinne der konkreten persönlichen Freiheit des Individuums. Mit zunehmender Durchdigitalisierung unseres Alltags (digitale Tickets, Handy-Ortungsfunktionen, Zugangscodes, Datenspur im Internet, Gesundheits-Optimierungs-Apps, Preisgabe persönlicher Inhalte an Tech-Konzerne, Gesichtserkennung, Bewegungsprofile, algorithmische Persönlichkeitsprofile, Erfassbarkeit gigantischer Datenmengen, etc) nimmt auch die Überwachbarkeit (und die effektive Überwachung, siehe NSA) der betroffenen Menschen zu, ebenso schreitet die Durchlöcherung und allmähliche Auflösung ihrer Privatsphäre voran. Je mehr hocheffiziente Techniken entwickelt werden, umso grösser werden die durch diese Techniken entstehenden Sicherheitsprobleme (z.B. Gefahr der kriminellen Anwendung). Diese wirklichen oder angeblichen Sicherheitsprobleme führen sodann zu noch mehr Überwachung. Forcierte Digitalisierung zieht somit unweigerlich auch zunehmende Überwachungs- und Kontrollinteressen des Staates und der privaten IT-Konzerne nach sich. In politischer Hinsicht ist unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Freiheit zur Digitalisierung eher eine bremsende und regulierende Politik angezeigt. Eine explizite Förderung der Digitalisierung, wie sie die Grünliberalen in ihrem Wahlprogramm vorsehen, ist somit nicht nur alles andere als «grün», sondern zudem auch alles andere als «liberal».
                                                                               
Christof Brassel 17. 09. 2020

Liebes Kultur-Warteschlaufen-Publikum
Im Universum des Ententeiches von Entenhausen kann man eine ungeheure Vielfalt von Entividuen beobachten: die Konsumenten, die Produzenten, die Exzellenten, die Präsidenten, die Omnipotenten, die Geheimagenten, die Renitenten, die Dissidenten, die Korpulenten, die Delinquenten, die Konsequenten und die Eloquenten, ausserdem: das Spekuläntli, das Queruläntli, das Ignoräntli, das Sympathisäntli und das Migräntli. Ganz besonders in den Vordergrund drängen sich natürlich die Eloquenten, welche mit ihrem unablässigen Eloquä quä quä den ganzen Teich volltexten, sodass sich schliesslich die Konsequenten entnervt mit ihrem dezidierten Konsequä quä quä einmischen, was wiederum die Delinquenten mit ihrem respektlosen Delinquä quä quä auf den Plan ruft. So entfesselt jede Entervention die Entrüstung der Öff-Entlichkeit von Entenhausen. Der Entenhusiasmus hält sich jedenfalls entschieden in Grenzen. Schlussendlich will man sich in Entenhausen trotz allen Argumenten lieber nicht endgültig festlegen: Es bleibt also alles beim Status quo quo quo…
 
Ganz im Gegensatz zu dieser Endlos-Schlaufen-Geschichte habe ich für Sie in dieser jetzigen Warteschlaufen-Zeit ein Lied geschrieben und gesungen, in welchem das «Äntli uf em Rhy» gewissermassen mit dem Raumschiff Enterprise zu einer intergalaktischen Entdeckungsreise aufbricht, an die Grenzen seiner Entität, seiner Identität und seiner «Nid-Entität». Da – warteschlaufenbedingt – derzeit kein Konzert möglich ist, lade ich Sie alle ein, durch Klick auf meine Webseite das Äntli auf seiner intergalaktischen Reise zu begleiten.

Christof Brassel, 23. 12. 2020


Zischenmenschliches (sic)...
Die Notwendigkeit, der Verbreitung des heimtückischen Virus, so gut es geht, Einhalt zu gebieten, wirft für unser alltägliches Verhalten zahlreiche, zum Teil auch ganz banale, aber dennoch tiefgreifende Fragen auf. Zumindest solange Gesichtsmasken nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen und in der Bevölkerung zur Anwendung kommen, stellt sich da unter anderem die Frage  nach unseren zwischenmenschlichen Begrüssungsritualen. Nachdem alle Rituale, welche mit Körperkontakt verbunden sind, wegen der Distanzregeln ohnehin entfallen, bedarf hier insbesondere das tiefverwurzelte Grüssen im Vorbeigehen einer eingehenden sprachepidemologischen Betrachtung: Soll ich im Vorbeigehen die ihrerseits an mir Vorübergehenden oder die an meinem «Wegrand» Stehenden überhaupt noch grüssen, beispielsweise auf einem Trottoir, wo der gebotene 2m – Abstand im Kreuzungszeitpunkt für rund 2 – 3 Sekunden nicht eingehalten werden kann (es sei denn mit riskanten Ausfallschritten auf die Strasse)? Oder soll ich grusslos oder nur verlegen dümmlich nickend an der betreffenden Person vorbeispazieren? Wenn man bedenkt, dass unsere Grussformeln zum grossen Teil aus potentiell virentransportierenden Zisch- oder Explosivlauten bestehen, hat diese Fragestellung durchaus ihre Berechtigung. Gerade das schweizweit am meisten verbreitete «Grüezi» ist trotz seiner scheinbar sprichwörtlichen Harmlosigkeit durchaus risikobehaftet, dies etwa im Gegensatz zum ebenfalls recht gängigen «Morgä», welches, mangels Zischlauten, eher als unbedenklich eingestuft werden kann. Äusserst bedenklich ist da jedoch die bundesdeutsche Minimalbegrüssung «Tach», enthält sie doch ein Outputpotential von beispielloser Wucht. Dem entsprechend gehe ich davon aus, dass das BAG wegen der risikoträchtigen Explosivlaute bis auf weiteres auch vom ansonsten harmlosen «Guete Tag» eher abrät. Lediglich das weiche baseldeutsche «gede Daag» mag da wohl als Light-Version noch durchgehen. Als sehr ungünstig erweist sich jedoch das berndeutsche «Grüessech», vor allem, wenn man bedenkt, dass ein echter Berner sich mit dem Gruss überhaupt und insbesondere auch mit dem zentralen Doppel-S reichlich Zeit lassen dürfte. Weniger Bedenken sind dagegen beim Ostschweizer «Hoi», beim deutschen «Hallooo» oder beim amerikanischen «Hi» angesagt, vorausgesetzt natürlich, dass das H nicht gehustet wird. Outputmässig ebenfalls eher als harmlos ist «good morning» einzustufen, ebenso das deutsche «Moain». Schon eher problematisch erscheint indessen das scheinbar arglos daherkommende «good afternoon» Das unscheinbare «ft» ist für Viren ein geradezu ideales Transportmedium.
Natürlich kommt es bei den Zisch-und Explosivlaut-Risiken, wie überall, immer auch auf die konkreten Begleitumstände an: Wenn ich z.B. auf dem schmalen Steg zum Inseli Werd einem Mönch begegne, der mich mit einem herzhaften «Grüessgott» (doppelter Output) begrüsst, dann versuche ich (leider mit begrenztem Erfolg) meine paranoiden Ängste über seine allfällige Seelsorgetätigkeit im Dienste infizierter Schwerkranker geflissentlich zu verscheuchen. Auch wenn mir z.B. ein Hundehalter (mit Hund) im Vorbeigehen entgegenruft «Är macht nüt …., är wott nume spilä!», bin ich bereits wieder einer Serie von klassischen Outputsilben ausgesetzt, und wenn der arglose «Hündeler» den Hund mit «Fuss» oder «Mach Platz» oder gar «Pfui» disziplinieren will, ist mir angesichts der weiträumig wirkenden Zisch- und Explosivlaute nicht wirklich gedient. Eine besonders heimtückische Virenschleuder ist sodann – gerade in der Dunkelheit – das ansonsten sympathische «buona notte», vor allem dann, wenn es mit deutschem Akzent ausgesprochen wird. Noch outputträchtiger ist allerdings das von einem unerbittlichen Integrationseffort geradezu sprühende «Grüzzi». Vom Sprech-Output her virologisch äusserst ungünstig sind schliesslich – ich bedaure, dies erwähnen zu müssen – fast alle in unserer physischen Welt stattfindenden Gottesdienste. Nicht zuletzt auch im Hinblick auf die einzigartige Massierung von Zisch-, Knack-, Kratz- und Explosiv-Lauten in der österlichen Heilsbotschaft hat der Bundesrat denn auch die Abhaltung von realen Offline-Gottesdiensten gerade noch rechtzeitig untersagt. Man stelle sich vor, dass in tausenden von  Kirchen die Pfarrer/innen ihren Gemeindegliedern verkünden: «Jauchzet und frohlocket, denn Christus, Gottes Sohn, ist wahrhaftig (ft…) am dritten Tag von den Toten auferstanden! - Lasset uns preisen ohne Unterlass unseren starken Retter von Ewigkeit zu Ewigkeit!» Eine solche oder ähnlich geballte Ladung von frohlockenden Output-Silben (hier immerhin 32), womöglich sogar noch von der Kanzel herab, wäre wohl definitiv zu riskant gewesen, deshalb: Frohlockdown.

Christof Brassel,  14. 04. 2020

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